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Viele Gratulanten bei 50-Jahr-Feier

„In der Einrichtung lebt ein wirklich guter Geist. Die tolle Zusammenarbeit überträgt sich auf die Kinder und Jugendlichen. Es herrscht hier eine wunderbare Atmosphäre. Darauf können sie stolz sein.“ Mit diesen Worten, die mit einem kräftigen Applaus der Zuhörer  unterstrichen wurden, würdigte Dr. Gerald Gaß die therapeutische Arbeit im Sprachheilzentrum, das sein 50-jähriges Bestehen mit einem kleinen Festakt inklusive Fachtagung und Workshops feierte.

Der Geschäftsführer des Trägerunternehmens, Landeskrankenhaus (AöR), betonte, das Sprachheilzentrum (SHZ) auf dem Liebfrauenberg in Meisenheim genieße positive Aufmerksamkeit der Geschäftsführung. Man sei sich in Andernach bewusst, welch bedeutende Einrichtung in Meisenheim beheimatet ist.

Daniela Frey-Herrmann (links), die Vorsitzende des Fördervereins „Sprechfreu(n)de“, gratulierte zum 50-jährigen Bestehen des Sprachheilzentrums und schenkte den Mitarbeitern zwei Fortbildungen zu den Themen „Elterngespräche führen“ und „Kompetenz und Persönlichkeit - Umgang mit Aggressionen“, die jeweils vom Förderverein finanziert werden. „Das Sprachheilzentrum lebt durch seine Mitarbeiter, die Kompetenz, viel Einfühlungsvermögen, Flexibilität und neue Ideen einbringen“, begründete sie das Engagement des Vereins. Sie stellte den Förderverein, der das Sprachheilzentrum seit Jahrzehnten unter der Bezeichnung „Hilfe für den Sprachbehinderten“ begleitet und unterstützt, kurz vor. Er wurde in diesem Jahr umbenannt in „Sprechfreu(nd)e“. „Sprache und Sprechen sollen Freude machen, und manchmal sind dazu Freunde nötig, um dies zu unterstützen“, umschrieb Daniela Frey-Herrmann den neuen  Namen für den Förderverein. Die Therapeutische Direktorin Belinda Fuchs nahm das Geschenk dankend in Empfang und versprach: „Ich werde alles Mögliche tun, damit der Dienstplan so gestaltet wird, dass die Teilnahme möglich ist.“

Dietmar Kron, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Meisenheim, der ebenso wie der Stadtbeigeordnete Reinhold Rabung den Geburtstag des SHZ mitfeierte, stellte fest: „Das Sprachheilzentrum ist ein wichtiger Baustein zum Gesundheitszentrum Glantal. Dass hier Kinder aus ganz Rheinland-Pfalz und den angrenzenden Bundesländern therapiert werden, unterstreicht die  Bedeutung der Einrichtung für die Region, die zudem Arbeitsplätze bietet für die Menschen, die hier leben.“ Dem schloss sich Rabung an: „Wir sind sehr froh, dass wir das Sprachheilzentrum und diese Arbeitsplätze hier haben. Denn die Stadt lebt ja auch von den Einkommensteueranteilen.“ Stadtbürgermeister Gerhard Heil legte noch eins drauf: „Eine solche Institution vor der Haustür zu haben, ist gut. Sie bringt Besucher in die Stadt, wenn Eltern ihre Kinder hier besuchen. Die gute Arbeit, die im Sprachheilzentrum geleistet wird, wirbt für Meisenheim in ganz Rheinland-Pfalz und den benachbarten Bundesländern.“

Für Reinhold Marx, der von 1991 bis 2013 das Sprachheilzentrum leitete, jedoch schon seit 1973 in der Einrichtung tätig war, gab es ein freudiges Wiedersehen mit einigen  Mitarbeitern. Bestens instruiert von seinem erkrankten Vorgänger Hans Premm,  plauderte der ehemalige Direktor des SHZ eine Stunde lang aus der Geschichte der Einrichtung.

Als das damalige Landessprachheilzentrum 1968 von Weibern in der Eifel in den Altbau der früheren neurologischen Klinik Meisenheim umzog, habe es von Landesseite geheißen: „Das ist nur ein Provisorium, wir werden in Kürze eine andere Lösung finden.“ „Aber nichts hält länger als ein Provisorium“, stellte Marx treffend fest. Denn der Umzug in den Neubau erfolgte erst im Juni 2006, also 38 Jahre später.

In seinem Rückblick ging Marx nicht nur auf bauliche, sondern auch auf therapeutische Veränderungen ein, während seine Nachfolgerin Belinda Fuchs die jüngsten Entwicklungen beleuchtete. Die Neubesetzung der Landesärztin, die Außenstelle des SHZ in der Klinik Viktoriastift in Bad Kreuznach, in der seit Oktober 2016 Jugendliche im Alter ab zwölf Jahren behandelt werden, die Einstellung von neuen Mitarbeitern und weitere Herausforderungen sieht die Therapeutische Direktorin gut gemeistert. Die Voraussetzungen für ein gutes therapeutisches Angebot in der Zukunft seien ebenfalls gegeben, ist Fuchs sicher.

Prof. Gisela Kammermeyer von der Universität Koblenz-Landau gab in ihrem Fachvortrag mit dem Titel „Mit Kindern im Gespräch - was brauchen Kinder, um eine gute sprachliche Kompetenz zu entwickeln?“ wichtige Impulse für verschiedene Sprachförderstrategien, die Kinder nicht nur zum Sprechen, sondern auch zum Denken anregen.

v. l.: Dr. Anne Läßig, die einweisende Landesärztin für sprachbehinderte Kinder an der Universitätsmedizin Mainz, Stephan Backs, Verwaltungsdirektor des Gesundheitszentrums Glantal, Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR), Belinda Fuchs, Therapeutische Direktorin des Sprachheilzentrums, Reinhold Marx, der frühere Direktor des Sprachheilzentrums.

Aus der ärztlichen Perspektive erläuterte die Landesärztin für sprachbehinderte Kinder an der Universitätsmedizin Mainz, Dr. Anne Läßig, die gesetzlichen Grundlagen für eine Einweisung ins Sprachheilzentrum, Ziele der stationären Therapie und Möglichkeiten der Eltern, ihre Kinder dabei zu unterstützen. Auch den Brückenschlag des SHZ zu den Schulen, um Jugendlichen eine Perspektive zu bieten, beschrieb sie kurz. Wie Gespräche mit Eltern und Kindern bei ihrem ersten Besuch im SHZ verlaufen können, demonstrierten drei Mitarbeiterinnen des SHZ, wobei auch das Publikum Fragen stellen konnte.

Die Eheleute Petra und Thorsten Weihs aus Nordrhein-Westfalen berichteten von den Erfahrungen mit ihrem Sohn Fynn, der in der Außenstelle des SHZ in Bad Kreuznach erfolgreich therapiert wurde. Mehrfach hoben sie dabei den unermüdlichen Einsatz des stellvertretenden therapeutischen Direktors, Maik Herrmann, hervor.

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