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Pressespiegel

Erste Krankenpflegeschüler mit Sonnenblumen begrüßt

06.08.2019, Neue Ausbildungsstätte im Meisenheimer Bito Campus eröffnet

Von unserer Reporterin Roswitha Kexel

MEISENHEIM Nicht nur jammern und klagen, sondern aufstehen und etwas tun gegen den Pflegenotstand: Das haben sich das Team des Gesundheitszentrums Glantal (GZG) und das Landeskrankenhaus in seiner Funktion als Träger des GZG vorgenommen. Das ehrgeizige Projekt wurde in einer Rekordzeit von exakt 360 Tagen umgesetzt: Vergangenen Freitag ist eine Krankenpflegeschule (KPS) in Meisenheim eröffnet worden.

Für dieses Vorhaben wurden Räumlichkeiten im Bito Campus in der alten Volksschule angemietet und entsprechend eingerichtet, sodass im ersten Jahr 25, im zweiten 50 und im dritten Jahr 75 junge Menschen zu Gesundheits- und Krankenpflegern ausgebildet werden können. Auch gibt es eine Wohngemeinschaft für acht junge Leute im frisch renovierten Haus, in der Lauergasse 3, in Meisenheim, was Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer der Landeskrankenhauses und Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, als absolute Premiere bezeichnete.

„Heute ist ein wunderschöner Tag für Meisenheim, für das Gesundheitszentrum Glantal und für die jungen Menschen, die gestern ihre Ausbildung begonnen haben.“ Mit diesen Worten begrüßte Dr. Gaß knapp 130 Gäste zur offiziellen Eröffnung der KPS Meisenheim im Bito Campus in der alten Volksschule. Ebenso wie Staatssekretär Dr. Alexander Wilhelm vom Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie hob er das persönliche Engagement von Pflegedirektor Ingolf Drube, dem Ärztlichen Direktorium und den Mitarbeitern hervor. Auch die Unterstützung der Landesregierung und der Kommunalpolitik in Stadt und Verbandsgemeinde Meisenheim lobte Gaß. In nur 360 Tagen seien sämtliche Zulassungsverfahren erfolgreich abgeschlossen, Personal gewonnen und Räumlichkeiten für die Ausbildung gefunden worden. „Das macht uns so leicht keiner nach“, sagte der LKH-Geschäftsführer. Und im nächsten Jahr stehe dann ein Umzug der KPS ins ehemalige Krankenhaus Hinter der Hofstadt an.

Das GZG auf dem Liebfrauenberg sei eines der leistungsstärksten Häuser mit unglaublich motivierten Mitarbeitern. „Es ist wirklich etwas Besonderes, was hier passiert“, bestätigte Staatssekretär Alexander Wilhelm. Er dankte den Azubis, dass sie sich für diesen wertvollen Beruf, die Arbeit an den Patienten und der Gesellschaft entschieden haben. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Antje Lezius sieht die Eröffnung der KPS als bedeutsames Ereignis für die Region und klares Bekenntnis zum ländlichen Raum. Das GZG sei ein unverzichtbarer Baustein in der Gesundheitsversorgung. Daher erhalte die Einrichtung vom Bund eine Finanzspritze aus dem Pflegepersonalstärkegesetz in Höhe von 400 000 Euro über vier Jahre. Mit dieser Förderung investiere man in die Jugend und damit in die Zukunft in der Hoffnung, dass die jungen Menschen auch nach ihrer Ausbildung in der Heimat bleiben. „Ich wünsche mir, dass dieses Beispiel Schule macht“, sagte Lezius.

Esther Ehrenstein vom Vorstand der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz ging auf die generalisierte Pflegeausbildung ein und warb um den Beitritt zur Landespflegekammer. VG-Bürgermeister Dietmar Kron hob Dr. Gerald Gaß als den „Vater der guten Gesundheitsversorgung in Meisenheim“ hervor. Dem Projekt GZG sei mit der neuen KPS ein weiterer Baustein zur Stärkung des ländlichen Raums hinzugefügt worden, so Kron. Jedoch gebe es weitere Baustellen wie die hausärztliche Versorgung, die an einigen Stellen krankt, gab er zu bedenken.

Die guten Rahmenbedingungen in Rheinland-Pfalz und der Träger, das Landeskrankenhaus, Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR), der die Entwicklung in Meisenheim engagiert unterstützt, tragen dazu bei, dass man in Meisenheim immer einen Schritt voraus sei. „Wir wollen lieber agieren als reagieren. Wir versuchen, die Pflege etwas anders zu organisieren“, erklärte Pflegedirektor Ingolf Drube und wies auf das Konzept der dualen Ausbildung und die Beschäftigung von akademischen Pflegekräften hin. Alle Mitarbeiter seien gefordert, wenn ein Haus mit 150 Betten auf vier Stationen vor der Aufgabe stehe, 75 junge Menschen auszubilden. Sein Dank galt auch Familie Bittmann, die für die Krankenpflegeschule die Unterkunft im Bito Campus ermöglicht. Es sei nicht selbstverständlich, eine solche Ausstattung zu haben, unterstrich Drube. Anschließend konnten sich dann alle Gäste die Räumlichkeiten anschauen und bei Schulleiterin Tanja Ohlsen über Details informieren.

Oeffentlicher Anzeiger, 6. August 2019

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