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Pressespiegel

Null Toleranz bei Gewalt gegen Beschäftigte

27.03.2019, Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler besucht Gesundheitszentrum Glantal

MEISENHEIM „Respekt. Bitte!“ Die rheinland-pfälzische Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler ließ bei ihrem Besuch im Gesundheitszentrum Glantal (GZG) in Meisenheim keine Zweifel an der Haltung der Landesregierung aufkommen: „Null Toleranz bei Gewalt gegen Beschäftigte.“ Um sich ein Bild von den Bedingungen und täglichen Herausforderungen der Mitarbeiter zu machen und hier ein klares Zeichen gegen Gewalt zu setzen, suchte die Ministerin im Rahmen der Aktionstage der Landesregierung unter dem Motto „Respekt. Bitte!“ den engen Kontakt zu den GZG-Beschäftigten.

 

In der zentralen Patientenaufnahme berichtete Pflegedirektor Ingolf Drube von seinen Erfahrungen: „Gewalt und Aggression haben in meiner Wahrnehmung in den vergangenen Jahren gegenüber Pflegenden zugenommen.“ Es handele sich hier nicht vorrangig um körperliche Aktionen, vielmehr komme es öfters zu verbalen Äußerungen, die die Mitarbeiter belasten. Wachsende Arbeitsbelastung und eine gestiegene Anspruchshaltung in der Bevölkerung kämen begleitend hinzu.

 

Die ärztliche Direktorin Dr. Ulrike von der Osten-Sacken schilderte ihre Einstellung zu der Gewaltthematik: „Im medizinischen Dienst arbeiten Neurologen, die in der Ausbildung ein Jahr in der Psychiatrie waren. Mit der Psychiatrieerfahrung fällt es leichter, mit aggressiven Patienten umzugehen. Häufig sind die Aggressionen durch Ängste begründet. Hier ist es sinnvoll, den Patienten zu beruhigen und somit zu deeskalieren.“ Die Patienten haben laut Dr. Osten-Sacken ein höheres Anspruchsdenken und somit auch vermehrt Forderungen an die Ärzte. Dieses sei durch das Patientenrechtegesetz verstärkt worden.

 

„Im Gesundheitszentrum Glantal sind wir jederzeit aufnahmebereit für Patienten, auch wenn wir kein Zimmer mehr haben. Dann werden Patienten im Flur untergebracht und bei nächster Möglichkeit in ein freies Bett in einem Patientenzimmer verlegt. Die Patienten sind mit diesem Vorgehen nicht immer glücklich, aber im akuten Notfall ist es immer noch besser, auf diese Art und Weise behandelt zu werden, als gar nicht behandelt zu werden.“

 

Um die psychische Gesundheit der Mitarbeiter zu erfassen und zu stabilisieren, wurde im GZG die „Tea(m)-Time“ eingeführt. Nachdem dies sich in der Pflege und anderen Bereichen als sinnvoll erwies, werden nun auch die Ärzte in der Neurologie erstmals damit konfrontiert.

 

Die Direktorin des Sprachheilzentrums, Belinda Fuchs, ging ebenfalls auf das Projekt „Tea(m)- Time“ ein. Es entstand durch den gesetzlichen Auftrag, psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu erfassen. In „Tea(m)-Time“ werden diese stationsbezogen in einer moderierten Sitzung erfasst und lösungsorientiert bearbeitet. „Die erste Evaluierung hatte ergeben, dass das Instrument geeignet ist, den gesetzlichen Anforderungen Rechnung zu tragen“, so Belinda Fuchs.

 

„Körperliche und verbale Gewalt nimmt auch im ländlichen Raum zu“, weiß Frank Mayer, der Leiter der DRK-Rettungswache Meisenheim. Sein Team trainiert Deeskalation. Die Ministerin tauschte sich mit dem Direktorium und der neuen Personalratsvorsitzenden Brigitte Möller auch über die im Gesundheitszentrum eingerichteten Mechanismen zum Arbeitsschutz aus. Dazu hat das GZG einen externen Spezialisten engagiert, der den Arbeitssicherheitsausschuss leitet. An dem nehmen regelmäßig das Direktorium, die Arbeitssicherheitsbeauftragten, der Personalrat und die Betriebsärztin teil. Die Ministerin bezeichnete das GZG als „Leuchtturmprojekt, ein Vorbild für die zukünftige Gesundheitsversorgung. Es hat absoluten Zukunftscharakter!“

 

Oeffentlicher Anzeiger, 27. März 2019

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