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Pressespiegel

Sterbende auf dem letzten Weg begleiten

15.03.2019, Palliative Versorgung im GZG eröffnet

Von unserer Reporterin Roswitha Kexel

MEISENHEIM Vorrangiges Ziel des Arztes ist es zu heilen. Wenn aber keine Heilung mehr möglich ist, sollte der Arzt trotzdem für den Menschen da sein und ihm helfen, Leiden und Schmerzen zu lindern und den Sterbenden auf seinem letzten Weg zu begleiten. Dieser Aufgabe will sich das Gesundheitszentrum Glantal (GZG) in der neuen Abteilung Palliative Versorgung verstärkt annehmen. Zur Eröffnung begrüßte die Ärztliche Direktorin Dr. Ulrike von der Osten-Sacken mehr als 120 interessierte Bürger.

Sie erläuterte das Konzept und therapeutische Strategien der Palliativen Versorgung, die sowohl ambulant als auch stationär erfolgen kann. Dabei ging sie auf den persönlichen, offenen Umgang mit Tod und Sterben und die interprofessionelle Zusammenarbeit von Ärzten, Pflegefachkräften, Angehörigen, Ehrenamtlichen, Freunden und Kindern ein, die ebenfalls Gelegenheit erhalten sollten, sich zu verabschieden. „Wir können den Tod nicht aufhalten. Wir müssen Sterben als einen Teil des Lebens akzeptieren“, sagte Osten-Sacken.

Auch beschrieb die Ärztliche Direktorin den Weg zur palliativen Versorgung im GZG: „Man kann jederzeit zu uns kommen, rund um die Uhr.“ Ansprechpartner sind Dr. Ulrike von der Osten-Sacken und Natascha Caseday von der palliativmedizinischen Pflege. Künftig sollen fünf Zimmer für die palliative Versorgung auf der zweiten Etage des GZG zur Verfügung stehen. Derzeit sind jedoch noch nicht alle Räumlichkeiten entsprechend eingerichtet.

Im Anschluss an die Vorträge im Untergeschoss führte Jennifer Threin, Assistentin der Ärztlichen Direktorin, Interessenten in das Zimmer Nummer 13 im zweiten Stock, das einen Eindruck vermittelt, in welchem Rahmen ein Mensch die letzten Tage seines Lebens im GZG verbringen kann. Auch Angehörige sind rund um die Uhr willkommen. „Wir versuchen, alles möglich zu machen, damit der Patient sich wohlfühlt“, versichert Jennifer Threin.

Physiotherapeutin Anna-Kathrin Hötger, die seit gut vier Jahren im GZG tätig ist, formulierte Hauptziele der Physiotherapie in der Begleitung des Menschen bis zum letzten Augenblick seines Lebens: Erhalt und Förderung von Lebensqualität und Muskelkraft, wobei die individuellen Ziele realistisch sein müssten. Zusammen mit dem Patienten und Angehörigen werden ein Behandlungsplan ausgearbeitet und physiotherapeutische Prozesse in Gang gesetzt, mit denen der Patient auch in dieser Phase seines Lebens gut versorgt ist. Anleitungen zu Eigenübungen bei Atemnot, Immobilität, Schmerzen und Ödemen seien ebenso selbstverständlich wie die ständige Reflexion, auf die man entsprechend reagiere, so die Physiotherapeutin.

„Das Sterben ist eine riesengroße Aufgabe, die man nicht vorher üben kann“, erklärte Psychotherapeutin Beatrix Ellerbrok aus Alzey. Es gelte, den Menschen bei psychischen Symptomen wie Besorgnis, Angst, Trauer, innerer Unruhe, Konzentrationsstörungen beizustehen und Angehörigen Sicherheit zu geben.

Natascha Caseday, Gesundheits- und Krankenpflegerin mit spezieller Ausbildung, erläuterte Aufgaben und Ziele der Palliativpflege. „Wir wollen dem Patienten die Möglichkeit geben, in Würde zu sterben. Dabei steht der Wille des Menschen im Vordergrund“, betonte Caseday. Entspannungsübungen und tiergestützte Therapie können neben der Schmerzlinderung Gefühle von Wärme und Geborgenheit geben.

Seelsorgerin Dr. Judith Behr ging auf die Spiritualität ein, der bei Menschen, die an der Grenze vom Leben zum Tod stehen, oft eine große Bedeutung zukommt. Ihr Appell: Den Abschied zulassen und vertrauensvoll loslassen.

Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer der Landeskrankenhaus-Anstalt und Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), der eine enge Beziehung zu der Einrichtung auf dem Liebfrauenberg pflegt, ging zu Beginn ausführlich auf die Bedeutung und Verantwortung des GZG für die Gesundheitsversorgung in der Region Meisenheim ein. Eine Bereicherung und wohltuende Atempausen stellten die musikalischen Intermezzi der Gruppe „Off the Beaten Path“ dar.

Oeffentlicher Anzeiger, 15. März 2019

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