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Pressespiegel

Meisenheimer ANP-Modell soll bekannter werden

14.10.2017, Kongress 175 Teilnehmer aus Deutschland kamen auf Einladung des Gesundheitszentrums Glantal - Fokus auf akademischen Pflegekräften

MEISENHEIM „Akademische Pflegepraxis - Wunsch oder Wirklichkeit?“ war der erste Meisenheimer Pflegetag am gestrigen Freitag überschrieben. Das Gesundheitszentrum Glantal hatte hierfür die Aula des Paul-Schneider-Gymnasiums angemietet, um 175 Teilnehmer aus ganz Deutschland am Glan zu begrüßen.

Zu Gast weilten mehrere Hochschulprofessoren, gut 40 Studierende, Krankenhausärzte und -manager sowie Schwestern und Pfleger. „Dies ist der zweitgrößte Pflegekongress in Rheinland-Pfalz“, sagte Ingolf Drube, der Pflegedirektor im Meisenheimer Krankenhaus, mit Stolz. Acht Fachvorträge und eine Podiumsdiskussion standen auf der Agenda, die gut sieben Stunden umspannte.

Dass ausgerechnet Meisenheim als Diskussionsort auserkoren worden war, war nicht zufällig. Das Gesundheitszentrum Glantal geht bereits seit dem vergangenen Jahr mit gutem Beispiel voran und wirbt akademische Pflegekräfte, sogenannte ANPler an. Derzeit hätten bereits 8 Prozent des vorhandenen Pflegepersonals ein Studium mit Bachelor oder Master abgeschlossen. Als Zielmarke peile man im Jahr 2018 11 Prozent an, was 15 Pflegern und Schwestern entspreche, erläuterte Ingolf Drube, der selbst ANPler ist. „Die meisten studierten Pflegekräfte landen im Management, ganz weit weg vom Patienten“, spricht er somit auch aus eigener Erfahrung. Doch in der Meisenheimer Klinik gehe man absichtlich den Weg, die studierten Pflegekräfte in den Stationsalltag zu integrieren - sozusagen als Krankenschwestern mit Zusatzaufgaben. Eine Gruppe von Masterabsolventen erstelle derzeit neben dem Stationsdienst eine Studie zur Frühmobilisierung von Schlaganfallpatienten.

Der Meisenheimer Weg sei eine echte Innovation nicht nur innerhalb des Landeskrankenhaus-Verbunds, sondern auch bundesweit. Man habe schon Berührungsängste festgestellt, sowohl innerhalb des altgedienten Pflegepersonals als auch innerhalb der Ärzteschaft, gab Pflegedirektor Drube zu. Doch müssten sich alle Beteiligten den Patienten zuliebe zusammenraufen. Studierte Pflegekräfte reflektierten mehr und hinterfragten gewohnte Abläufe. Man sei davon überzeugt, dass der Nutzen, der damit in den Pflegealltag reinkomme, überwiege. Wie so häufig, wenn Innovationen durchgeführt werden, gelte es, „zuerst alte Strukturen aufzubrechen“.

ANP steht für „Advanced Nursing Practice“. Es gibt zwei Möglichkeiten, diesen begehrten Status (Drube: „Es gibt genügend Studierende, aber zu wenige Stellenangebote†) zu erhalten: Eine examinierte Pflegekraft besucht die Hochschule. Oder ein Anwärter absolviert eine Berufsausbildung und den Bachelor-Studiengang gleichzeitig.

Der gestrige Fachkongress in Meisenheim diente dazu, sowohl das Meisenheimer ANP-Modell bekannter zu machen als auch andere Meinungen zu hören. Denn Ingolf Drube weiß sehr wohl: „Zum Thema ANP gibt es sehr unterschiedliche Ansichten …“

 

Oeffentlicher Anzeiger, Samstag, 14. Oktober 2017

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