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Pressespiegel

Kliniklandschaft im Kreis ist im Umbruch

09.11.2016, Gesundheit Rund 15 Prozent weniger Betten in den Krankenhäusern der Region - Verweildauer der Patienten sinkt

Von unserer Redakteurin Cordula Kabasch

KREIS BAD KREUZNACH Die Kliniklandschaft im Kreis Bad Kreuznach verändert sich: Der Kostendruck und effektivere medizinische Behandlungsmethoden senken die Verweildauer der Patienten in den Kliniken. Dadurch verringerte sich in der Region die Zahl der Krankenhausbetten. Das Statistische Landesamt in Bad Ems zählte im Jahr 2000 sieben Kliniken in der Region, 2015 fünf. Auch die Zahl der Krankenhausbetten ging seit Mitte der 1990er-Jahre um rund 15 Prozent von 1144 auf 959 zurück, was etwas unter dem bundesdeutschen Trend liegt. Dabei verlief die Entwicklung in den Häusern unterschiedlich.

Zum Vergleich: In Deutschland ist die Zahl der Kliniken seit Mitte der 1990er-Jahre um 345 Häuser geschrumpft (minus 15 Prozent), die Bettenzahl um rund 108 400 oder 18 Prozent. Ende 2014 gab es noch 1980 Kliniken mit 500 680 Betten. Dabei wird der größte Anteil von der Inneren Medizin beansprucht (152 300 Betten), gefolgt von den chirurgischen Fachabteilungen (121 000), der Psychiatrie und Psychotherapie (71 200).

Eine Tendenz, die auch auf den Kreis Bad Kreuznach zutrifft. „Früher wurde im Krankenhaus alles ,mitgemacht'“, nennt Nadja Winter, stellvertretende Pressesprecherin der Kreuznacher Diakonie, einen Grund für die gesunkene Verweildauer. „Ergänzende Diagnostik beispielsweise wird heute im Anschluss an die Krankenhausbehandlung vorgenommen.“ Das Diakonie-Krankenhaus hat in den vergangenen 20 Jahren lediglich 5 Betten eingebüßt. 1995 gab es insgesamt 506 Plätze, 380 davon am Kreuznacher Standort und 126 in Kirn. Aktuell sind es 501. Während die Patienten kürzer bleiben, hat sich ihre Anzahl jedoch erhöht. „In den letzten zehn Jahren gab es einen deutlichen Fallzahlanstieg von rund 24 Prozent“, sagt Thorsten Junkermann von der Geschäftsführung Krankenhäuser der Stiftung Kreuznacher Diakonie.

Im Marienwörth-Hospital wiederum ist die Bettenkapazität seit Mitte der 1990er-Jahre von 300 auf 270 gesunken, bei ebenfalls steigenden Fallzahlen. Die Nachfrage in den Bereichen Innere Medizin, Onkologie und Akutpsychosomatik ist sehr stark, erklärt Alexandra Markus von der Unternehmenskommunikation. Daher sei auch eine Erhöhung der Bettenzahl beantragt worden. „Die Entwicklung der Bettenzahl hängt von vielen Faktoren ab“, macht Markus klar. „Beispielsweise auch von der Schwerpunktbildung eines Hauses, wie wir sie mit der Entwicklung zum onkologischen Schwerpunktkrankenhaus betreiben.“ Außerdem wirke sich aus, dass bereits seit Mitte der 1990er-Jahre die Finanzierung auf Fallpauschalen umgestellt worden ist. „Dadurch ist die reine Anzahl der Betten nicht mehr ganz so entscheidend wie früher“, sagt Verwaltungsdirektor Helmut Ziegler. Künftig wolle der Gesetzgeber noch stärker nach Qualität vergüten, was aber nicht zum Nulltarif zu haben sei. “Kritisch muss man anmerken, dass ärztliches und pflegerisches Personal immer mehr zur Dokumentation verpflichtet wird, ohne dass der dadurch verursachte Zeitverlust beim Patienten gegenfinanziert wird.“

Im Gesundheitszentrum Glantal in Meisenheim ist die Anzahl der Behandlungsplätze konstant geblieben. Zurzeit gibt es dort 207 Plätze. „Wir streben eine Erhöhung der Bettenzahl an“, sagt Markus Wakulat, Referent für Unternehmenskommunikation. „Trotz kürzerer Verweildauer sinkt bei uns nicht die Bettenzahl, da wir durch neue bauliche und medizinische Strukturen die Zahl der Patienten erhöhen und so Auslastungsdefizite aufgrund sinkender Verweildauer kompensieren konnten“, erläutert er.

Öffentlicher Anzeiger, 9. November 2016

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