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Pressespiegel

Einblicke in die Arbeitswelt waren lehrreich

11.04.2016, Berufsorientierung Fünf Experten hielten Vorträge am Veldenzgymnasium – Elftklässler berichteten von ihren Erfahrungen

LAUTERECKEN „Willkommen im realen Leben“, sagte Michael Krauß, der Berufskoordinator am Veldenzgymnasium Lauterecken, als in diesem Frühjahr rund 50 Elftklässler ihre zweiwöchigen Berufspraktika absolvierten. Am Freitag blieben die älteren Jahrgangsstufen länger in der Schule. Denn der Tag der Berufs- und Studienorientierung trug gleich zweifach Berufsinformationen in die Schule: Einmal die von den Praktikanten erstellten Präsentationswände in der Pausenhalle, aber auch fünf Expertenvorträge am Nachmittag von Dr. Reinhard Krämer (Bundesagentur für Arbeit), Anna Engelhardt (Technische Universität Kaiserslautern, Fachbereich Chemie), Steffen Bondorf und Maximilian Hübsch (TU Kaiserslautern, FB Informatik), Alexander Ehrlich (Bito Lagertechnik Meisenheim) und Susanne Hahn (IfT Institut für Talententwicklung). Die Großveranstaltung brachte vor allem für die Schüler neue Erkenntnisse: Will ich wirklich auf die Uni oder lieber eine Berufsausbildung anfangen? Welche Anforderungen verlangt welcher Betrieb? Und nicht zuletzt: Kann ich mich vor anderen gut präsentieren?

Erika Neu (17) aus Odenbach schnupperte 14 Tage lang in den protestantischen Kindergarten Lauterecken. „Ich will später auf jeden Fall mit Kindern arbeiten“, wurde ihre soziale Einstellung durch das Praktikum bestärkt. Beim Tierarzt in Merxheim war Lea Neubrech (16, Lettweiler) zum Arbeiten zu Gast. Sie zeigte sich ganz beeindruckt ob der vielen Handgriffe, die sie selbst erledigen durfte, wie beispielsweise OP-Bestecke vorbereiten oder Spritzen geben bei den Tieren des Arztes, die dessen Eigentum sind. „Meine Berufswahl ist auf jeden Fall bestätigt worden“, sagte Lea zufrieden.

Der Höhepunkt des Praktikums von Nicole Kastner (16, Langweiler) war die Gallenoperation, bei der sie im Gesundheitszentrum Glantal Meisenheim zusehen durfte. Doch war die restliche Zeit weniger spektakulär als vielmehr nützlich: Blutdruck- und Blutzuckerkontrolle, Auffälligkeiten melden und Botengänge. „Außerdem hat man als Praktikant mehr Zeit und kann ein Vertrauensverhältnis zu den Patienten aufbauen“, freute sie sich über so manche positive Rückmeldungen der Kranken.

„Ich will Lehrer werden. Am liebsten am Gymnasium“, weiß der 17-jährige Jonathan Bach aus Grumbach schon genau. Den ersten Schritt tat er bei seinem jüngsten Praktikum in der Grundschule Lauterecken. Doch vielleicht wolle er nach der Schulzeit auch erst mal ein freiwilliges Soziales Jahr vorschalten, fügte er an. Wenn‘s um Geld geht, kennt sich Lukas Sinzel (17, Odenbach) jetzt besonders gut aus, denn er gastierte in der Sparkasse Rhein-Nahe in Meisenheim. „Ich durfte in ganz unterschiedliche Bereiche reinschnuppern“, lobte er das Team. Sehr zufrieden zeigte sich auch Magdalena Breitzler aus Einöllen, die 14 Tage in der Werbegesellschaft Blickkontakte (Meisenheim) Einblicke gewann. Ganz sicher werde sie einen Studiengang Grafikdesign belegen, wurde die 17-Jährige bestärkt.

Und dann gab es noch Mary-Ann Bollenbacher (17, Langweiler), deren Praktikum im Büro der Verbandsgemeinde-Werke eine aufschlussreiche Erkenntnis brachte: „Nur vorm Computer zu sitzen und Formulare zu erstellen, ist mir zu wenig. Ich brauche den Kontakt mit Menschen!“

Besonderen Mut bewiesen Fabienne Müller, Sándor Kuhn, Sophia Porcher, Lara Forster, Isabel Geyer, Sarah Edinger , Helen Alendorff und Lisa Aulenbacher. Sie alle präsentierten ihre Praktikumszeit mittels Laptop, Beamer und in freier Rede in eigenen Klassenräumen. Lisa Aulenbacher berichtete offen über ihre Zeit beim Tierarzt. So war sie bei einem Notfalleinsatz dabei, als der Hund einer älteren Dame einen Hirnschlag und einen Bandscheibenvorfall gleichzeitig hatte. Es blieb nichts anderes übrig, als das Tier einzuschläfern. „Ich denke noch oft an ihn und die arme, alte Frau“, zeigte Lisa viel Mitgefühl. Und am Ende wusste sie ebenfalls: „Als Tierarzt hat man mehr Kontakt mit Menschen als mit Tieren.“

Öffentlicher Anzeiger, 11. April 2016

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