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Pressespiegel

48 Bilder bringen Farbe in den grauen Klinikalltag

15.03.2016, Kunst Uwe von Trothas im Gesundheitszentrum Glantal zu sehen

MEISENHEIM 48 Bilder hängen in den kommenden drei Monaten auf den Fluren im Gesundheitszentrum Glantal aus. Gemalt hat sie Uwe von Trotha aus Bisterschied. Am Freitagabend war Ausstellungseröffnung. Gut 40 neugierige Gäste begutachteten die größtenteils farbenfrohen Werke.

Denn wie bemerkte Belinda Fuchs von der Krankenhaus-Verwaltung in ihrer Begrüßung so treffend: „Niemand besucht ein Krankenhaus freiwillig oder gern.“ Mit Kunst an den Wänden könne man immerhin diese Unfreiwilligkeit immerhin etwas auflockern. „Ich wünsche Ihnen viele bunte Eindrücke“, schloss sie und übergab das Wort an den Laudator des Abends, Peter Engert. Engert ist ein Freund von Trotha und wohnt ebenfalls in Bisterschied. Uwe von Trothas Werdegang führte zunächst nach Heidelberg, wo er Musik und Theater studierte. Im Unruhejahr 1968 gründete er die Anarcho-Rockband Checkpoint Charly, die mehr als 20 Jahre bestehen blieb. In den 90er-Jahren widmete er sich dann eher dem Kabarett und kam erst 1995 zur Malerei, berichtete Engert.

Seinen Malstil nenne er „intuitive Formulation“. „Jedem noch so kleinen Detail dieser Bilder wohnt eine immense Fähigkeit inne. Es ist die Fähigkeit, unsere Seele auf Wanderschaft in einen fantastischen Kosmos zu entführen, wenn wir sie denn mit offenen Sinnen und Herzen wahrnehmen“, so der Laudator. Und weiter: „Jeder Pinselstrich, jeder Punkt, ja sogar die Namen der Gemälde bilden Pforten zu einer Welt voller überwältigender Geschichten“, lobte der Redner. Von Trotha scheue sich nicht, auch Zweibeinfische, Kopffüßler, Riesenhasen und blaue Kinder zu malen. Alles sei überaus lebendig, fast schon kindlich-naiv anmutend inszeniert. Am Ende riet Peter Engert den Anwesenden augenzwinkernd, doch ein Bild zu erwerben. Denn nach dem Meisenheimer Zwischenspiel gehen sie zu Ausstellungen nach Wiesbaden und nach Berlin. Wer könne heute sagen, ob man je wieder so günstig einen von Trotha erwerben könne.

Der so gelobte Künstler wollte danach gar nicht mehr viel sagen: „Ich will nicht so viele Worte machen. Die Bilder sprechen ja für sich. Ich bin aber bereit, auf intelligente Fragen dumme Antworten zu geben.“

Auf 120 bis 3200 Euro sind die Bilder taxiert. Das kommt nicht jedem Geldbeutel entgegen, doch die Kunst im Krankenhaus kommt an: „Ich bin dabei, weil meine Frau im Krankenhaus liegt“, freute sich Hans-Dieter Michel (Meisenheim) über die willkommene Abwechslung im grauen Klinikalltag. „Es sind sehr aufregende Bilder mit viel Farbe. Da kommt das Kindliche heraus“, befand Michel zudem mit Kennerblick.

„Es sind sehr freundliche Bilder, auf die man sehr lange schauen kann und trotzdem immer noch ein neues Detail entdecken wird. Man kann sich in ihnen verlieren“, sagte Marina Bonnenberg aus Raumbach. „Auf mich wirken sie eher beruhigend, trotz der vielen Farben“, meinte die Rehbornerin Andrea Kerch.

Doch gab es auch weniger euphorische Stimmen bei unserer Umfrage. Als „sehr gewöhnungsbedürftig“, bezeichnete Helga Schillinger (Meisenheim) die Bilder. Es falle ihr schwer, in dem kunterbunten Durcheinander etwas Konkretes zu erkennen. „Da lobe ich mir doch die gegenständliche Malerei“, sagte sie.

Öffentlicher Anzeiger, 15. März 2016

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