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Pressespiegel

Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde

30.07.2015, Gesundheit Ärzten und Therapeuten liegt Aufklärung über die Ursachen am Herzen

BAD KREUZNACH 250 000 Menschen sterben jährlich bundesweit an den Folgen eines Schlaganfalls. Dabei ist schnelle Hilfe oberstes Gebot: Bei einem Verdacht auf einen Schlaganfall sollte sofort die Notrufnummer 112 gewählt werden. Denn mit den beiden „Stroke Units“ der Krankenhäuser Kreuznacher Diakonie und Marienwörth stehen spezialisierte Organisationseinheiten für die Akutbehandlung zur Verfügung.

Herzenssache Schlaganfall: Für die Internisten Dr. Michael Bracko, Leiter der Stroke Unit am Marienwörth, sowie seinen Kollegen Dr. Stefan Scholvien, der die regionale Schlaganfalleinheit in der Diakonie führt, ist die Aufklärung über Ursachen und das richtige Handeln im Ernstfall von entscheidender Bedeutung. „Es gibt noch immer viele Menschen, die sehr spät mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus gehen“, weiß Bracko. Dabei zählt jede Sekunde. Immerhin ist die lebensgefährliche Durchblutungsstörung im Gehirn die dritthäufigste Todesursache, nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Und obwohl mehr als 80 Prozent der Betroffenen mehr als 60 Jahre alt sind, kann ein Schlaganfall durchaus auch jüngere Menschen treffen. So werden in die Bad Kreuznacher Krankenhäusern pro Jahr rund 700 Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall eingeliefert.

Warnsignale sind eine plötzliche Halbseitenlähmung, Sprachausfälle, Doppelbilder und Gangunsicherheit. „Dann sollte sofort der Rettungsdienst geholt werden“, rät Scholvien. Abwarten, ob sich die Symptome von selbst wieder geben, habe meist fatale Folgen. Denn bei Patienten, die einen Schlaganfall durch Gefäßverschluss erlitten haben, kann innerhalb der ersten Stunden in den Stroke Units eine Lysetherapie eingeleitet werden. Dabei wird ein Medikament gespritzt, das die Blutgerinnung im Gehirn auflöst.

In den regionalen Schlaganfalleinheiten werden die Patienten bis zu drei Tage intensiv überwacht, Ergo-, Logo- und Physiotherapie werden angeboten. „Komplikationen können so angemessen behandelt werden“, führt Scholvien aus. Auch werden Risikofaktoren zur Entstehung der Krankheit besprochen und behandelt. Dazu zählen Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ärzte, Ergo-, Logo- sowie Physiotherapeuten arbeiten Hand in Hand, berichten Ulrike Hemberger, Leiterin Logopädie und Ergotherapie, und Andreas Eislöffel, Leiter Physiotherapie (beide Marienwörth). An die Akutbehandlung in den Stroke Units und auf der internistischen Station schließt sich die neurologische oder geriatrische Rehabilitation an, je nach Alter des Patienten.

Wenn ein Patient in einer Stroke Unit war und eine Lysebehandlung bekommen hat, ist die Prognose meist gut. „Dann können die Menschen oft wieder ein selbstbestimmtes Leben führen“, sagt Dr. Khalil Anton Assaf, Chefarzt der Neurologischen Rehabilitation im Gesundheitszentrum Glantal. Die Nachbehandlung sei wichtig, um wieder den Weg ins Leben zu finden. Das trifft auch auf die Geriatrische Fachklinik Rheinhessen-Nahe zu. Das Durchschnittsalter liegt bei 86 Jahren, sodass dort viele mehrfach erkrankte Menschen behandelt werden.

Der Infobus Herzenssache Schlaganfall stoppt am Montag, 24. August, von 9 bis 12 Uhr auf dem Kornmarkt. Ein Neurologe führt Untersuchungen der Halsgefäße durch. Auch werden Blutzucker- und Blutdruckmessung sowie ein Schlaganfallrisikotest angeboten. Infostände runden das Angebot ab.

Öffentlicher Anzeiger, 30. Juli 2015

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