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Pressespiegel

Gesundheitswesen attraktiv gestalten

29.05.2015, „Tag der Gesundheit“ fasziniert Schüler

MEISENHEIM

Das „Netzwerk PFLEGE“ der Verbandsgemeinden Meisenheim-Bad Sobernheim-Lauterecken-Wolfstein gibt es schon seit fast zehn Jahren. Am 27. Januar veranstaltete der regionale Zusammenschluss aus ambulanten und stationären Versorgern in Zusammenarbeit mit der Fachoberschule (FOS) der Realschule Plus Lauterecken/Wolfstein zum zweiten Mal den „Tag der Gesundheit“, um junge Menschen für eine zukunftsorientierte Tätigkeit im Gesundheitswesen zu begeistern.

In ganz Deutschland sinkt die Beschäftigung, nur ein Berufszweig wächst kontinuierlich weiter: das Gesundheitswesen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist bereits jeder neunte Arbeitnehmer im Gesundheitswesen tätig. Diese Hoch- und teilweise auch Überversorgung konzentriert sich allerdings auf städtische Ballungsräume. Langfristig können Versorgungsengpässe in ländlichen Regionen nicht ausgeschlossen werden.

Dieser Entwicklung versucht das Netzwerk Pflege entgegenzuwirken. Der Zusammenschluss aus ambulanten und stationären Versorgern will die Pflegeangebote der Region bündeln, um so eine wohnortnahe medizinische und pflegerische Versorgung anbieten zu können. „Durch die intensive Zusammenarbeit mit der Fachoberschule Lauterecken/Wolfstein versuchen wir, geeignete Auszubildende in den Bereichen „Gesundheit und Soziales“ sowie „ Wirtschaft und Verwaltung“ an uns zu binden, um aktiv dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken“, so die Sprecherin des Netzwerks, Marlene Jänsch, Dipl.-Sozialpädagogin vom Pflegestützpunkt Bad Sobernheim.

Neben den Pflegestützpunkten der Region beteiligen sich auch die heilpädagogische Einrichtungen Kreuznacher Diakonie Meisenheim, die Fachoberschule Lauterecken sowie ambulante und stationäre Leistungserbringer wie das Gesundheitszentrum Glantal, das Altenzentrum Pro Seniore Lauterecken, das Evangelische Altenzentrum Dr.-Carl-Kircher-Haus und Haus am Bendstich Meisenheim, das Seniorenheim Ingweilerhof, das Seniorenzentrum Haus Königsland Wolfstein, die Sozialstation nahe, das Ambulante Hilfezentrum Meisenheim und der Ambulante Dienst Odernheim am Netzwerk Pflege. „Schließlich sitzen wir ja alle in einem sozialen Boot“, so Markus Kunisch, Leiter „Wohnen“ im Bodelschwingh Zentrum Meisenheim.

Die Fachoberschule versucht darauf aufbauend, eine Brücke zwischen jungen lernwilligen Menschen und den in der Region etablierten Institutionen zu bauen. Die zweijährige Schulform (11. und 12. Klasse) der FOS am Standort Lauterecken zeichnet sich gegenüber anderen Bildungsangeboten der Sekundarstufe II durch ein Alleinstellungsmerkmal aus: sie bietet mit dem vorgeschriebenen fachrichtungsbezogenen Praktikum während der gesamten elften Jahrgangsstufe an drei Tagen in der Woche eine praktische Umsetzung der im Unterricht erworbenen theoretischen Kenntnisse.

Durch eine kontinuierliche Mitarbeit in einer Institution lernen die Praktikantinnen und Praktikanten spezifische Fertigkeiten und Erfahrungen aus der beruflichen Praxis: Interesse am Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Freundlichkeit und Engagement, Umgang mit körperlicher und psychischer Belastbarkeit, Verlässlichkeit, Einfühlungsvermögen sowie das Einhalten von Betriebsordnungen oder praktischer Intelligenz. Mechthild Emmesberger, die seit knapp vier Jahren als Koordinatorin an der Fachoberschule tätig ist, betont die dadurch resultierende Selbstständigkeit der jungen Menschen. Auch die Zusammenarbeit mit dem ständig wachsenden Netzwerk beschreibt sie als sehr angenehm und produktiv. Für dieses Jahr haben sich bereits 63 Schüler an der FOS angemeldet, die mit einem erfolgreichen Abschluss zum Zugang einer Fachhochschule berechtigt sind.

Um den jungen Menschen aufzuzeigen, wie vielfältig der Berufseinstieg im Gesundheitswesen sein kann, veranstaltet die FOS zusammen mit dem Netzwerk PFLEGE jährlich den „Tag der Gesundheit“ am Standort Lauterecken. Auch in diesem Jahr unterstützte das Netzwerk alle Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen der Realschulen Plus aus Meisenheim, Altenglan, Bad Sobernheim und Lauterecken/Wolfstein bei ihrem Weg zur Entscheidungsfindung, in dem die Unternehmen über praktische Arbeiten, verschiedene Berufsbilder und Berufsperspektiven berichteten. Neben einer individuellen Beratungsmöglichkeit durch die Bundesagentur für Arbeit informierten am 27. Januar auch Vertreterinnen und Vertreter von Fachschulen über das schulische Angebot in Gesundheitsberufen. Die Kommunikation untereinander stimmte, denn Schülerinnen und Schüler der 12. Klassen, die das praxisnahe Jahr bereits hinter sich haben, waren als Scouts eingesetzt und konnten so den Wissenshunger der nachkommenden Generation stillen.

Die interaktiv gestalteten Vorträge begeisterten regelrecht die insgesamt 110 interessierten Schülerinnen und Schüler der umliegenden Schulen. Gedränge gab es vor allem vor dem Age-Simulator – eine Vorrichtung, welche die Gebrechen des Alters simuliert und so Verständnis für „das Leiden von Oma und Opa“ vermitteln soll. „Jetzt kann ich nachvollziehen, wie sich meine Großeltern fühlen“, berichtet Lilli Tess Jaki, Schülerin aus dem Bereich „Wirtschaft und Verwaltung“ an der FOS Lauterecken/Wolfstein. Auch wenn gewiss nicht jeder vom zweifelsohne nicht ganz stressfreien Arbeiten in den Gesundheitsbetrieben zu begeistern ist, so war der „2. Tag der Gesundheit“ für die Veranstalter ein voller Erfolg.

Wenn Sie mehr über den wohnortnahen Einstieg ins Gesundheitswesen erfahren wollen, so schauen Sie doch mal auf die Homepage der Realschule Plus Lauterecken/Wolfstein vorbei: www.rs-plus.de Unter der Rubrik „Fachoberschule“ sind zahlreiche Links aufgeführt, die eine Verknüpfung zu den Praktikumsbetrieben, Hochschulen und weiteren Netzwerkpartnern herstellen.

Öffentlicher Anzeiger, 29. Mai 2015

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