Zu den Inhalten springen

Navigation

Suche

Servicenavigation

Funktionen

| Schriftgröße
 

Kontextnavigation

Pressespiegel

Neues Gesundheitszentrum im ländlichen Raum

28.07.2014, Zwei alte Krankenhäuser werden zusammengelegt

Anfang 2015 erhält die Region Meisenheim mit dem Neubau der Glantal-Klinik ein modernes, ambulant-stationäres Gesundheitszentrum - hervorgegangen aus der Zusammenlegung der beiden Krankenhäuser „Auf dem Liebfrauenberg“ (neurologische Akutversorgung und Rehabilitation) und „Hinter der Hofstadt“ (Chirurgie und Innere Medizin). Das alte Meisenheimer Krankenhaus soll im selben Jahr abgerissen werden. Für das Haus "Hinter der Hofstadt" wird noch eine Verwendung gesucht.

Seit dem ersten Spatenstich im September 2012 ist das Bauvorhaben voll im Zeitplan. Für den 19. Dezember 2014 ist die Einweihung geplant. Mitarbeiter und Patienten sollen dann am 3. Januar 2015 den Neubau, der den Namen Gesundheitszentrum Glantal trägt, beziehen.

Bereits 2011 erarbeitete das Landeskrankenhaus (AöR), Träger der Glantal-Klinik, gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium ein Zukunftskonzept für die Gesundheitsversorgung in der Region. Das seinerzeit gegründete Medizinische Versorgungszentrum conMedico Glantal gGmbH bildete die Voraussetzung für eine sektorenübergreifende Versorgung in und um Meisenheim.

Die Gründe dafür lagen auf der Hand, wie Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses, erklärt: "Die beiden bestehenden Standorte mit Gebäuden aus den 60er-Jahren waren dringend sanierungsbedürftig. Sie entsprachen in keiner Weise mehr den modernen Anforderungen an ein Aktutkrankenhaus." Betroffen davon waren die Funktionsbereiche, wie zum Beispiel die Operationssäle, ebenso wie die Patientenzimmer, die alle ohne eine eigene Nasszelle ausgestattet sind.

"Uns war von Anfang bewusst, dass wir in dieser ländlichen Region nicht nur schlicht ein neues Akutkrankenhaus bauen konnten, sondern dieses Gebäude auf die zukünftigen Anforderungen der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum auszurichten hatten", macht Gaß deutlich. Deshalb stand vor Beginn der Baumaßnahme eine intensive Phase der inhaltlichen Planung, um herauszufinden was notwendig ist an Versorgung in der Region. Im Ergebnis entstand die Vision eines sektorübergreifenden Versorgungszentrums, in dem Mitarbeiter des Krankenhauses gemeinsam mit freiberuflichen Ärzten unter einem Dach ambulante und akutstationäre Leistungen mit einer gemeinsamen Infrastruktur erbringen.

Gaß: "Die wesentliche Erkenntnis dabei war, dass es angesichts der knappen finanziellen und personellen Ressourcen zukünftig nicht mehr möglich sein wird, diese Versorgungssysteme getrennt voneinander vorzuhalten." Das zum Landeskrankenhaus gehörende medizinische Versorgungszentrum conMedico fungierte bei den Überlegungen als Keimzelle der ambulanten Versorgung und wird Dienstleister auch für die freiberuflichen Filialärzte und die Anbindung telemedizinischer Kompetenzen sein.

Das neue Gesundheitszentrum Glantal mit einer Fläche von 7900 Quadratmetern kostet rund 42 Millionen Euro. 28 Millionen steuert das Land Rheinland-Pfalz bei. Das Gesamtbudget der Baukosten lag anfangs bei rund 41 Millionen Euro. Durch die im Verlauf der Planung entstandene Idee eines "Green Hospital" nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen wurden nochmals rund 1,6 Millionen Euro zusätzlich verplant.

So wird das Gesundheitszentrum Glantal einer der ersten Krankenhaus-Neubauten in Deutschland, der sich diesem ökologischen Konzept verschreibt. Dabei geht es nicht nur ums Energiesparen – was bei den jährlich steigenden Energiekosten schon Grund genug wäre für eine Neuausrichtung. Gaß: „Der Entschluss, den Neubau nach ökologischen Maßstäben zu errichten, hat viele Gründe. Es geht um wirtschaftliche Aspekte wie geringeren Ressourcenverbrauch und weniger Abfälle bis hin zu Wohlfühl-Effekten durch besondere Lichtkonzepte. Außerdem dient das Gesundheitszentrum dem Land als Modellprojekt für das Konzept 'Green Hospital Rheinland-Pfalz', das zurzeit erarbeitet wird."

120 Krankenhausbetten für die neurologische Akutversorgung mit Schlaganfalleinheit, für Innere Medizin und Chirurgie entstehen. 30 weitere Betten sind für die neurologische Rehabilitation vorgesehen, fünf davon für die Frührehabilitation, um die Lücke zwischen Akutversorgung und Rehabilitation der Phasen C und D zu schließen.

Der Neubau wird ausschließlich Ein- und Zweibettzimmer vorhalten. Die vorhandenen Arbeitsplätze der beiden ehemaligen Standorte bleiben erhalten, und es werden neue entstehen. Darüber hinaus sind umfangreiche Qualifizierungsmaßnahmen angelaufen, um die Mitarbeiter auf die neuen Versorgungsstrukturen vorzubereiten.

Die Integration eines Facharztzentrums mit Ansiedlung von Filialpraxen für Gynäkologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Orthopädie und Urologie ermöglicht eine interdisziplinäre Grundversorgung, die landesweit einmalig ist. Zusätzlich werden eine neurologische und eine Tagesklinik für Schmerztherapie mit jeweils zwei Plätzen errichtet. Auch die kassenärztliche Bereitschaftszentrale kommt im Gesundheitszentrum unter.

Das Projekt gilt als Vorbild für die medizinische Versorgung im ländlichen Raum in Rheinland-Pfalz und wurde im jüngsten Gutachten des Sachverständigenrates zur Entwicklung im Gesundheitswesen als ein beispielhaftes Projekt für die Entwicklung in ländlichen Regionen erwähnt.

f & w - führen und wirtschaften im Krankenhaus, Juliausgabe 2014

© Gesundheitszentrum Glantal 2017 | Impressum | Haftungsausschluss