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Pressespiegel

Gemischte Gefühle bei Mauerfall

27.08.2012, Bagger leistet an der Glantal-Klinik auf dem Liebfrauenberg ganze Arbeit

Die ersten Mauern sind gefallen. Das charakteristische Spitzdach am Treppenhausbau über der ehemaligen Pforte der Glantal-Klinik auf dem Meisenheimer Liebfrauenberg gibt es nicht mehr. Der Aufbau wurde am Samstag ein Opfer des Baggers, der sich anfangs mit dem Greifer, später mit der Eisenzange, wie ein wildes Tier in die Wände fraß und sie innerhalb von 2 Stunden zerlegte.

Patienten und Mitarbeiter des Krankenhauses sowie des Sprachheilzentrums und weitere Interessierte verfolgten den Baggereinsatz mitgemischte Gefühlen. Es gab Applaus für den "Mauerfall", der als Symbol für einen Neuanfang steht. Vielfach wurden Handys zum Fotografieren gezückt.

Die Autorin, Journalistin und Filmemacherin Monika Kirschner, Kameramann Ernst Krell und Tontechniker Franz Hangauer hielten die Abrissarbeiten in Bild und Ton für den SWR und eine Langzeitdokumentation über das Klinikprojekt und seine Bedeutung für die Menschen der Region fest. Kirschner lebt seit 20 Jahren in Seesbach, engagiert sich unter anderem in der Soonwald-Initiative und dem Bürger Arbeitskreis Naturpark Soonwald-Nahe. Hier liegt auch die Region Meisenheim und insbesondere die Entwicklung der Glantal-Klinik am Herzen. Bereits seit 2006 steht Monika Kirschner mit Dr. Andreas Hachgenei, dem ärztlichen Direktor der Glantal-Klinik, in Kontakt. Sie hat mehrere Interviews mit ihm über Schlaganfalldiagnostik und –therapie geführt und in der neurologischen Abteilung auch Szenen für den TV- und Kinofilm "der Tag, an dem sich alles änderte" mit Hauptdarsteller Friedrich Müller gedreht. Er leitet die Schlaganfallselbsthilfegruppe, die regelmäßig zu Treffen ihn die Glantal-Klinik einlädt.

Dr. Andreas Hachgenei triumphierte nach den im Baggerarbeiten: "Heute ist der Tag, der auch dem letzten Skeptiker ein Grinsen ins Gesicht zaubern muss. Jetzt sehen alle: es geht wirklich los."

Walter Michel aus Rehborn ist der dienstälteste Mitarbeiter in der Glantal-Klinik. Seit fast 44 Jahren lenkt er Tag für Tag seine Schritte in die Verwaltungsräume des Hauses. Er könnte einen dicken Wälzer schreiben über die Menschen, die im Laufe der Jahre in der Klinik agierten, und die Geschichten, die sich um das Gebäude und das Leben darin ranken. In seinem Büro bewahrt Michel ein Fotoalbum auf mit Bildern, die die Entstehung des Gebäudetraktes dokumentieren, der jetzt dem Bagger zum Opfer fällt. Den Beginn der Abbrucharbeiten hat Michel ebenfalls fotografiert - somit ist das nächste Album schon in Arbeit. Er wirkt etwas nachdenklich, wenn er sagt: "Das Haus ist eigentlich noch gar nicht so alt. Ich habe es noch im Rohbau gesehen."

Baggerführer Carsten Marx, der auch beim Abbruch des Altbaus, in dem sich das Sprachheilzentrum befand, im Einsatz war, wird in den nächsten Wochen einiges zu tun haben, bis alle Mauern abgetragen sind und im September vermutlich in Anwesenheit der rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerin Malu Dreyer der erste Spatenstich für den Neubau des Gesundheitszentrums auf dem Liebfrauenberg erfolgen kann. Bis Mitte 2015 soll dort ein 40 Millionen Projekt, das mit rund 27 Mio. Euro vom Land bezuschusst wird, entstehen. Träger der Einrichtung ist das Landeskrankenhaus mit Sitz in Andernach.

"Der Bau des Gesundheitszentrums bei laufendem Betrieb ist eine logistische Herausforderung, die sehr viel Umsicht und Planung erfordert", hat Journalistin Monika Kirschner bei ihren Recherchen festgestellt. Sie sagt: "Man muss intelligente Lösungen finden, wie eine moderne medizinische Versorgung gewährleistet und gleichzeitig die menschliche Atmosphäre und der Wohl fühl Charakter des Hauses erhalten bleiben."

Öffentlicher Anzeiger, 27. August 2012

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