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Pressespiegel

Meisenheimer Gespräch

15.05.2010, Bereitschaftsdienstzentrale nach Kreuznach? Krankenhausneubau Pilotprojekt

„Gesundheit auf dem Lande: Sind wir in Zukunft medizinisch noch gut versorgt?“ hieß das Thema des zweiten Meisenheimer Gesprächs, mit dem der SPD-Gemeindeverband viele Interessierte in das Gemeindehaus lockte. Eine Expertenrunde gab Informationen zum Stand des Neubaus Glantal-Klink und zur Zukunft der ortsnahen medizinischen Versorgung.

Zur vielfach kritisierten Situation im ärztlichen Bereitschaftsdienst an Wochenenden im Raum Bad Sobernheim (AZ berichtete) gab am Rande der Veranstaltung Dr. Günter Gerhardt, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz, auf AZ-Nachfrage Auskunft: Noch im Mai gebe es zu dem Thema weitere Gespräche. Man hoffe auf die Einrichtung einer ärztlichen Bereitschaftsdienstzentrale in Bad Kreuznach, die dann, etwa auch von Seesbach aus, besser zur erreichen wäre. Natürlich müsste sich eine solche Zentrale in Bad Kreuznach in jedem Fall wirtschaftlich tragen und von den Patienten ausreichend angenommen werden. Das Patientenaufkommen müsse hier schon hoch sein, betonte Gerhardt. Peter Wilhelm Dröscher, Sozialpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, riss in der Podiumsdiskussion diese brisante Thematik nur an, als er mit Blickrichtung zu Dr. Gerhardt sagte, dass für die bekannte Bad Sobernheimer Problematik bald praxisnahe Lösungen gefunden werden müssten.

Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR), stellte die Entwicklung des Krankenhausneubaus auf dem Liebfrauenberg (AZ berichtete) vor, der ein Pilotprojekt mit besonderen Chancen für Rheinland-Pfalz sei. Hier nannte er unter anderem die geplante bauliche Zusammenführung der Häuser, das große Interesse der niedergelassenen Ärzte zur Mitwirkung, die hohe Akzeptanz der Klinik und ihr Standort in der Region sowie, dass bereits der Charakter eines Gesundheitszentrums vorhanden ist.

Im Neubau des Klinikums solle es dann auch eine Apotheke und Arztpraxen geben. Ende des Jahres erwarte man den Bewilligungsbescheid des Landes und rechne damit, dass das Projekt dann in anderthalb bis zwei Jahren vollendet sei. Gaß unterstrich, die neue Klinik in Meisenheim solle auch dringend fehlende Fachärzte in die ländliche Region locken. Dazu sei eine gute Infrastruktur nötig.

Peter Wilhelm Dröscher sieht zunehmend die Politik in der Pflicht, Geld bereit zu stellen, um Landarztpraxen attraktiv zu machen, um etwa Berufsrückkehrern die Niederlassung zu erleichtern. Er setzt auf das Voranschreiten des Aktionsplans von Regierung und Ärzteschaft zur Stärkung der ambulantärztlichen Versorgung der Bevölkerung im ländlichen Raum. Die Förderung von Medizinstudenten seitens des Landeskrankenhauses, um sie später in den Kliniken und deren Umfeld zu haben, nannte Gaß als einen der schon vollzogenen Schritte Richtung Behebung des Ärztemangels auf dem Land. Es gehe darum, vor Ort die Probleme direkt anzusprechen und mit Leistung zu überzeugen, denn die schönsten Rahmenbedingungen nutzten sonst gar nichts.

Der Krankenhausstandort Meisenheim habe einen guten Ruf, wäre aber weiter auf Zuwendungen von außen angewiesen, machte Körper klar. Dietmar Kron, Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbands, teilte mit, dass man auch an der Problematik der Apothekenbereitschaft weiter dran bleiben werde.

Allgemeine Zeitung, 15. Mai 2010

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