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Pressespiegel

„Grüne Dame“ trifft ihren alten Lehrer

17.02.2006, Im Klinikum Liebfrauenberg kümmern sich Frauen ehrenamtlich um die Patienten

Seit zwölf Jahren kümmern sich auch im Klinikum Liebfrauenberg vier „Grüne Damen“ um das Wohl der Patienten. Die Allgemeine Zeitung begleitete die im Ehrenamt wirkenden Frauen an einem Nachmittag bei ihrer Tätigkeit.

Besonders die Betreuung von Patienten während deren Freizeit steht dabei im Vordergrund. Unter Einsatzleitung der evangelischen Pfarrerin Liesel Zumbro-Neuberger sind so Christel Kunz, Sigrid Venter (Löllbach), Almut Kloss (Meisenheim) und Gisela Bernspitz (Meddersheim) einmal wöchentlich in den Krankenzimmern unterwegs, um Gespräche zu führen, mit den Patienten Spaziergänge zu unternehmen, ihnen vorzulesen und vieles mehr. Auch kleine Besorgungen gehören auf Wunsch dazu oder die Begleitung bei der Taxifahrt zum Bahnhof, wenn der Krankenhausaufenthalt beendet ist.

Ihre Fürsorge gilt selbstverständlich allen Patienten – aber besonders Alleinstehende und Menschen, die von weit her kommen, nehmen ihre Unterstützung gerne in Anspruch. Dabei sind Altersgruppen durchaus verschieden.

Nicht nur Ältere und Betagte freuen sich, wenn die Frauen in den lindgrün gestreiften Kitteln (nur daher rührt der Name) auf den Stationen auftauchen. Auch alleinstehende jüngere Menschen offenbaren sich häufig im Gespräch, das sehr oft einen ganz persönlichen Charakter annehmen kann. Sorgen, Nöte – aber auch kleine und große Freuden werden dann mitgeteilt.

Daher sei es unbedingt nötig, dass die „Grünen Damen“ auf ihnen fremde Menschen zugehen können, freundlich vom Wesen und kontaktfreudig sind sowie ein gutes Maß an Lebenserfahrung mitbringen. „Im günstigsten Fall sollten sie stets viel Optimismus und Lebensfreude ausstrahlen und dies an ihre Betreuten abgeben können, was in der Atmosphäre eines Krankenhauses eigentlich ganz wichtig ist“, weiß Pfarrerin Zumbro-Neuberger.

Dem stimmt Christel Kunz aus Obermoschel zu und erinnert sich an eine kleine Begebenheit, die sie während ihrer Tätigkeit selbst erlebt hat. „Ich traf nämlich meinen alten Schullehrer als Patienten an“, erzählt sie. „Er war über einen Monat hier. Wir hatten viele nette Gespräche. Ich konnte beobachten, wie es ihm gut tat und sein Gesundheitszustand sich auch dadurch deutlich besserte“, merkte die „Grüne Dame“ freudig an. Christel Kunz geht ihren ehemaligen Pädagogen übrigens noch heute daheim besuchen.

Die Tätigkeit der „Grünen Damen“ ist schon von Amts wegen rechtlich eindeutig geregelt. So gibt es selbstverständlich Versicherungsschutz, Fahrtkostenerstattung, einen Gemeinschaftsraum im Haus, wo man sich treffen und beraten kann. Auch sind immer wieder interessante Fortbildungsveranstaltungen im Angebot, unter anderem zu rechtlichen und pflegerisch-medizinischen Themen. „Und wir führen natürlich auch Ausflüge und Feiern durch“, informiert die Pfarrerin weiter.

Die ehrenamtliche Tätigkeit, zu der sich gerne auch Männer melden können, wird durch keine Vorgaben eingeschränkt. Zum Beispiel gibt es keine strengen Dienstpläne. „Jeder kann sein Engagement auch zeitlich selbst festlegen, das zweifellos auch für das eigene Leben vielfachen Gewinn und Erfahrung darstellt“, umreißt die Seelsorgerin den Hintergrund. „Und ein „Grüner Herr“ würde unsere kleine Gruppe ebenfalls sehr bereichern“, lachen die beiden „Grünen Damen“ zum Abschluss vergnügt.

Kontakt
Die Arbeitsgemeinschaft Evangelische Krankenhaushilfe ist in Bonn angesiedelt. Ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter sind neben der evangelischen und ökumenischen Krankenhaushilfe auch in Altenheimen tätig. Interessenten für den Dienst in Meisenheim können sich bei Pfarrerin Liesel Zumbro-Neuberger unter der Tel.Nr.: 06753 – 96 28 39 melden.

Allgemeine Zeitung, 17. Februar 2006

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