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Pressespiegel

Sprachstörung im Hörsaal

17.07.2006, Seminar an der Uni Mainz geht besondere Wege

Mit kommunikations- und sprachgestörten Kindern in unmittelbaren Dialog treten: Im Seminar Sprachheilpädagogik des Fachbereichs für Sonderpädagogik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz bekommen Studenten die Gelegenheit dazu. Tapfer stehen die im Sprachheilzentrum Meisenheim therapierten Kinder im Hörsaal Rede und Antwort.

Es gibt wohl kaum einen Menschen, der nicht schon einmal auf eine Stresssituation mit Herzrasen, Schweißausbrüchen oder Erröten reagiert hat. Eine andere Reaktion auf eine brenzlige Situation kann zum Beispiel Stottern oder Schweigen sein. In der Regel versuche der Stotternde, sich besondere Mühe zu geben, nicht zu stottern, erklärte die Diplompsychologin Hildegard Brand vom Sprachheilzentrum Meisenheim.

Tatsächlich verschlimmere sich dadurch aber in der Regel das Stottern: "Die betroffenen Kinder sind beim Sprechen nicht in der Lage, die Luft herauszulassen, halten stattdessen fest, und je mehr sie sich bemühen, um so schlimmer wird das Stottern."
In einem Vortrag, den die zirka 15 Kinder für die Studenten vorbereitet hatten, sprachen sie der Reihe nach über das Stottern und die Ursachen dafür. Jeder von ihnen erzählte dabei auch von seiner eigenen Leidensgeschichte. Manch einem fiel es nicht leicht, vor Publikum zu reden. Doch sie alle wissen längst, dass es nur menschlich ist, sich in solchen Situationen unsicher zu fühlen. Tatsächlich meisterten die Kinder das Sprechen vor Publikum erstaunlich gut, und das mag bereits als Beleg für den Therapieerfolg gelten.

In der Therapiegruppe gibt es auch schweigende Kinder. Aus Angst sich zu blamieren, weigern sie sich zu sprechen. Doch auch diese Kommunikationsstörung ist therapierbar. "Schweigen ist ein sprachlicher Rückzug, den wir durch Übungen auszugleichen versuchen", so Brand.

Zu den Übungen zählen neben dem Vortrag auch die Aufführung eines Theaterstücks, verschiedener Sketche und Interviews. Stets geht es darum, die Kinder an besonders schwierige Situationen zu gewöhnen. Denn nur so stellt sich am Ende die Leichtigkeit beim Sprechen ein, die das Stottern verschwinden lässt und den dauerhaften Therapieerfolg gewährleistet.

Allgemeine Zeitung, 17. Juli 2006

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