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Pressespiegel

Größer, moderner und schöner als vorher

02.02.2005, Auf dem Meisenheimer Liebfrauenberg laufen umfangreiche Baumaßnahmen

„Schaffe, schaffe, Häusle baue“ sagen die einen - andere nennen das „Sicherung des Krankenhaus-Standortes“. Fest steht: Das Landeskrankenhaus investiert in der Glanstadt eine Menge Geld – und von einer möglichen Schließung der Krankenhäuser oder einer Reduzierung des Angebots, über die vor Jahren noch geunkt wurde, redet keiner mehr – im Gegenteil.

Trotzdem ist es zur Zeit auf dem Meisenheimer Liebfrauenberg ungewöhnlich ruhig – kein Baulärm, kein hektisches Treiben von Handwerkern oder Baustellenfahrzeugen. Noch vor einigen Wochen war die Baustelle weithin sichtbar, denn der große Kran hoch oben auf dem Berg über Meisenheim überragte alles, und seine Geräusche, die jeden Morgen pünktlich mit dem Glockenschlag der Schlosskirche ab 7 Uhr durch das Städtchen drangen, waren nicht zu überhören. Aber jetzt steht der Neubau, das Richtfest ist gefeiert – der Innenausbau ist an der Reihe.

Sprachheilzentrum modernisiert
Für rund 6,5 Millionen Euro entsteht hier auf 3600 Quadratmetern ein neues Gebäude für das Sprachheilzentrum. Auf 4 Ebenen - vom Untergeschoss bis in den zweiten Stock – gibt es Therapie- und Unterrichts-möglichkeiten sowie Wohn- und Schlafräume für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Sprachstörungen. Die Zahl der Therapieplätze bleibt wie auch schon zuvor bei 53, aber dafür wird jetzt alles „größer, moderner und schöner als vorher“, so Wolfgang Willenberg, der Pressereferent des Landeskrankenhauses, der Träger-Anstalt des Sprachheilzentrums aus Andernach. Der Altbau sei einfach nicht mehr zeitgemäß gewesen und habe nicht mehr den Bedürfnissen weder der jungen Patienten noch der rund 40 Beschäftigten entsprochen. Ein Jahr müssen es jetzt alle noch im alten Gebäude aushalten, dann steht der Umzug in den nur wenige Meter entfernten Neubau an. Der Altbau wird abgerissen werden. Währenddessen laufen auch nebenan in der Neurologischen Klinik Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten.

Eine wichtige Maßnahme ist bereits abgeschlossen: Für die neue Abteilung der neurologischen Rehabilitation wurde ein komplettes Stockwerk eingerichtet. Dadurch ist es seit Oktober möglich, Neurologie-Patienten Akutbehandlung und Reha unter einem Dach, jedoch räumlich und organisatorisch getrennt, anzubieten. „Darauf sind wir sehr stolz“, so Wolfgang Willenberg, denn bisher mussten Patienten nach der ersten Behandlung in Meisenheim oft sehr weit fahren, um ihre Reha-Maßnahmen machen zu können. 30 Betten stehen für das neue Angebot zur Verfügung, 65 sind es für die Akut-Neurologie.

Eine größere Veränderung steht auf dem Liebfrauenberg allerdings noch bevor, denn schließlich soll das Krankenhaus „Hinter der Hofstadt“ – zur Zeit eben noch mitten im Stadtgebiet angesiedelt – auch noch „wandern“ und in den Gebäudekomplex auf dem Berg integriert werden. Dafür soll es einen Erweiterungsbau geben, der an die jetzige Klinik angegliedert wird, wie Pressereferent Willenberg informiert. „Die Planungen laufen. Unser Ziel ist es, die Baumaßnahmen bis zum Jahr 2009 abzuschließen.“ Wann es genau losgeht und wie viel das ganze kosten wird, kann er noch nicht sagen.
Auch nicht, was aus dem jetzigen Gebäude des Hofstadt-Krankenhauses wird. Fest stehe aber, dass sich am Angebot nichts ändert, das heißt: zumindest wird es nicht kleiner. Zur Zeit gibt es 55 Betten. Gerüchte, dass es nach dem Wechsel keine Chirurgie mehr gebe, weißt Willenberg von sich. Die Abteilung bleibe erhalten – „ein klares Ja!“

Zukunft der Gynäkologie unklar
Unklar ist hingegen noch die Zukunft der Gynäkologie. Mangels Frauenarzt „ruht“ die Abteilung in Meisenheim derzeit – Schwangere müssen daher auf die Krankenhäuser in Idar-Oberstein (40 Kilometer entfernt) oder Bad Kreuznach (30 Kilometer) ausweichen. „Es besteht auf jeden Fall die Absicht, die Gynäkologie wieder zu eröffnen. Zur Zeit suchen wir nach einem Facharzt. Es gibt auch Interessenten. Die Gespräche laufen.“ Was daraus wird, entscheidet sich in den nächsten Wochen.

Erst vor zwei Jahren hatte das Landeskrankenhaus, die selbst noch junge Anstalt des öffentlichen Rechts (gegründet 1997), die Trägerschaft für das Krankenhaus „Hinter der Hofstadt“ vom Saarländischen Schwesternverband übernommen. Damit waren alle drei Meisenheimer Einrichtungen unter einem Träger-Dach vereint. Diese Zusammenarbeit scheint zu fruchten, denn die Millionen-Investitionen beweisen: Der Krankenhaus-Standort ist langfristig gesichert.

Die Rheinpfalz, 2. Februar 2005

Eingangsbereich der Neurologischen Klinik Meisenheim
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