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Pressespiegel

Stolz auf „wunderbare Atmosphäre“

07.12.2017, Festakt Sprachheilzentrum in Meisenheim feiert 50-jähriges Bestehen – Segen für die Region

MEISENHEIM „In der Einrichtung lebt ein wirklich guter Geist. Die tolle Zusammenarbeit überträgt sich auf die Kinder und Jugendlichen. Es herrscht hier eine wunderbare Atmosphäre. Darauf können Sie stolz sein.“ Mit diesen Worten, die mit einem kräftigen Applaus der Zuhörer unterstrichen wurden, würdigte Dr. Gerald Gaß die therapeutische Arbeit im Sprachheilzentrum in Meisenheim, das sein 50-jähriges Bestehen mit einem Festakt inklusive Fachtagung und Workshops feierte.

 

Der Geschäftsführer des Trägerunternehmens, des Landeskrankenhauses, betonte, das Sprachheilzentrum (SHZ) auf dem Liebfrauenberg in Meisenheim genieße positive Aufmerksamkeit der Geschäftsführung. Man sei sich in Andernach bewusst, welch bedeutende Einrichtung in Meisenheim beheimatet ist.

 

Dietmar Kron, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Meisenheim, der ebenso wie der Stadtbeigeordnete Reinhold Rabung den Geburtstag des SHZ mitfeierte, stellte fest: „Das Sprachheilzentrum ist ein wichtiger Baustein zum Gesundheitszentrum Glantal. Dass hier Kinder aus ganz Rheinland-Pfalz und den angrenzenden Bundesländern therapiert werden, unterstreicht die Bedeutung der Einrichtung für die Region, die zudem Arbeitsplätze bietet für die Menschen, die hier leben.“ Diesem Urteil schloss sich Rabung an: „Wir sind froh, dass wir das Sprachheilzentrum und diese Arbeitsplätze hier haben. Denn die Stadt lebt ja auch von den Einkommensteueranteilen.“

 

Stadtbürgermeister Gerhard Heil legte noch eins drauf: „Eine solche Institution vor der Haustür zu haben, ist gut. Sie bringt Besucher in die Stadt, wenn Eltern ihre Kinder hier besuchen. Die gute Arbeit, die im Sprachheilzentrum geleistet wird, wirbt für Meisenheim in ganz Rheinland-Pfalz und den benachbarten Bundesländern.“

 

Für Reinhold Marx, der von 1991 bis 2013 das Sprachheilzentrum leitete und schon seit 1973 in der Einrichtung tätig war, gab es ein freudiges Wiedersehen mit einigen Mitarbeitern. Bestens instruiert von seinem erkrankten Vorgänger Hans Premm, plauderte der ehemalige Direktor des SHZ eine Stunde lang aus der Geschichte der Einrichtung.

 

Als das damalige Landessprachheilzentrum 1968 von Weibern in der Eifel in den Altbau der früheren neurologischen Klinik Meisenheim umzog, habe es von Landesseite geheißen: „Das ist nur ein Provisorium. Wir werden in Kürze eine andere Lösung finden.“ „Aber nichts hält länger als ein Provisorium“, stellte Marx treffend fest. Denn der Umzug in den Neubau erfolgte erst im Juni 2006, also 38 Jahre später.

 

In seinem Rückblick ging Marx nicht nur auf bauliche, sondern auch auf therapeutische Veränderungen ein, während seine Nachfolgerin Belinda Fuchs die jüngsten Entwicklungen beleuchtete. Die Neubesetzung der Landesärztin, die Außenstelle des SHZ in der Klinik Viktoriastift in Bad Kreuznach, in der seit Oktober 2016 Jugendliche im Alter ab zwölf Jahren behandelt werden, die Einstellung von neuen Mitarbeitern und weitere Herausforderungen sieht die therapeutische Direktorin gut gemeistert. Die Voraussetzungen für ein gutes therapeutisches Angebot in der Zukunft seien ebenfalls gegeben, ist Fuchs sicher.

 

Prof. Gisela Kammermeyer von der Universität Koblenz-Landau gab in ihrem Fachvortrag mit dem Titel „Mit Kindern im Gespräch – was brauchen Kinder, um eine gute sprachliche Kompetenz zu entwickeln?“ Impulse für verschiedene Sprachförderstrategien, die Kinder nicht nur zum Sprechen, sondern auch zum Denken anregen. Aus ärztlicher Perspektive erläuterte die Landesärztin für sprachbehinderte Kinder an der Universitätsmedizin Mainz, Dr. Anne Läßig, die gesetzlichen Grundlagen für eine Einweisung ins Sprachheilzentrum, Ziele der stationären Therapie und Möglichkeiten der Eltern, ihre Kinder zu unterstützen. Auch den Brückenschlag des SHZ zu den Schulen, um Jugendlichen eine Perspektive zu bieten, beschrieb sie. Wie Gespräche mit Eltern und Kindern bei ihrem ersten Besuch im SHZ verlaufen können, demonstrierten dann drei Mitarbeiterinnen.

 

Die Eheleute Petra und Thorsten Weihs aus Nordrhein-Westfalen berichteten über die Erfahrungen mit ihrem Sohn Fynn, der in der Außenstelle des SHZ in Bad Kreuznach erfolgreich therapiert wurde. Mehrfach hoben sie dabei den unermüdlichen Einsatz des stellvertretenden therapeutischen Direktors Maik Herrmann hervor.

 

Oeffentlicher Anzeiger, 7. Dezember 2017

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