Zu den Inhalten springen

Navigation

Suche

Servicenavigation

Funktionen

| Schriftgröße
 

Kontextnavigation

Pressespiegel

Nächtlicher Heliflug verläuft erfolgreich

23.10.2017, Medizin Gesundheitszentrum probt für Patiententransporte im Dunkeln – THW unterstützt Testdurchlauf

Von unserer Reporterin Roswitha Kexel

 

Meisenheim. Freitagabend, 19.30 Uhr, Gesundheitszentrum Glantal (GZG) auf dem Liebfrauenberg: Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes (THW), Ortsverband Bad Kreuznach, bauen vier 1000-Watt-Flutlichtstrahler am Hubschrauberlandeplatz des GZG auf und verankern diese im Boden, damit sie auch stärkeren Windböen, verursacht durch Rotorblätter eines Hubschraubers, standhalten. Der Windsack, der am äußeren Ende des Landeplatzes dem Piloten Infos über die Windverhältnisse liefert, wird ebenfalls beleuchtet. Gespannt verfolgen einige Patienten im GZG das Blaulichtszenario am Abend.

Die neun THW-Kräfte bereiten mit der Ausleuchtung des Landeplatzes den Nachtanflug eines Johanniter-Rettungshubschraubers vor, der am Nürburgring stationiert ist. Mit diesem Test wollen Klinikleitung und ärztliches Direktorium prüfen, inwieweit künftig auch nachts ein Patiententransport per Hubschrauber möglich ist. Denn das GZG mit der Spezialstation Stroke Unit für Schlaganfallpatienten ist zwar führend in der Diagnostik, Akutbehandlung, Therapie und Rehabilitation in der Region, doch für die unter Umständen lebensrettende Thrombektomie bei Blutgerinnseln im Gehirn arbeitet die Stroke Unit mit neurovaskulären Zentren in Mainz und Koblenz zusammen. Da die Thrombektomie möglichst schnell den Patienten zugutekommen soll, ist somit dort eine rasche Vorstellung erforderlich, wobei der schonende Transport mit dem Intensivtransport-Hubschrauber einer langen Fahrt im Rettungswagen über teils holprige Landstraßen vorzuziehen ist. Nach dem Eingriff kommen die Patienten nach Meisenheim zurück. „Ziel ist es, die Versorgung unserer Patienten weiter zu verbessern“, erklärt die Neurologin und Ärztliche Direktorin des GZG, Dr. Ulrike von der Osten-Sacken. Sie war ebenso wie Verwaltungsdirektor Stephan Backs vor Ort, um den An- und Abflug des Rettungshelikopters bei Dunkelheit zu verfolgen.

„Was wir heute Abend hier machen, ist keine Routine für uns, aber es gehört mit zu unseren Aufgaben, Hubschraubereinsätze im Gelände zu unterstützen und Landeplätze behelfsmäßig einzurichten“, erklärt Thorsten Henning, Ortsbeauftragter des THW-Ortsverbandes Bad Kreuznach. Daher sind ihm und der Bergungsgruppe derartige Situationen bekannt. Sie können einschätzen, wie die Flutlichtstrahler eingestellt sein müssen, damit sie zwar das hügelige Umfeld des Landeplatzes ausleuchten, jedoch nicht den Piloten beim Landen und Starten blenden. Da dies der erste Einsatz des THW am GZG war, hatte Thorsten Henning die Maximalbesetzung von neun Mann aktiviert. „Im Normalfall reichen vier Mann aus. Aber heute Abend haben wir uns die Gegebenheiten etwas genauer angeschaut. Die Abläufe und Erfahrungen werden für künftige Einsätze dokumentiert“, so Henning. Per Funk halten Rettungshubschrauber und THW den Kontakt.

Und schon ist ein entferntes Brummen zu hören – der Rettungshubschrauber, der nach einer Zwischenlandung auf dem Flughafen Hahn innerhalb von 16 Minuten nach Meisenheim geflogen ist, dreht drei Runden über dem Krankenhausareal und setzt dann auf dem weißen Kreuz in der Mitte des Landeplatzes auf. Aus sicherer Entfernung verfolgen die THW-Kräfte das Auslaufen der Rotoren bis zum Stillstand. Pilot Peter Schmitt und Rettungsassistent Christian Kessler steigen aus dem Hubschrauber. Schmitt lobt die Ausleuchtung des Platzes und die Arbeit des THW-Trupps: „Mit dem THW klappt das immer sehr gut.“

Da es sich nur um eine Übung handelt, dürfen die THW-Kräfte und die Klinikleitung einen Blick in das Innere des Johanniter-Rettungshubschraubers werfen, der quasi wie eine fliegende Intensivstation ist, und sich nacheinander auch einmal in den Heli setzen. Von der Osten-Sacken fragt nach, wie lange ein Flug von Meisenheim nach Koblenz, Mainz oder Idar-Oberstein dauert. Die Antwort des Piloten lautete: bis Koblenz etwa 15, bis Mainz 10 und bis Idar-Oberstein etwa 8 Minuten bei einer Geschwindigkeit von bis zu 280 Kilometern pro Stunde.

Das Fazit diese Testlaufs lautet, dass die Übung gelungen ist. Demnach könnte mit Unterstützung des THW künftig im Notfall auch in der Nacht ein Patiententransport per Hubschrauber erfolgen.

 

Oeffentlicher Anzeiger, 23. Oktober 2017

© Gesundheitszentrum Glantal 2018 | Impressum | Haftungsausschluss